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Warum ich mich als MFA für Weiterbildungen entschieden habe ...

Autorin: Sandra Schiposch (MFA)

Warum ich mich als MFA für Weiterbildungen entschieden habe – und was ich dabei gelernt habe


Viele Jahre habe ich als Medizinische Fachangestellte gearbeitet, unter anderem im Krankenhaus. Wie viele andere MFA kenne ich den stressigen Alltag, den ständigen Patientenkontakt und die körperliche Belastung sehr gut.

Irgendwann kam bei mir der Wunsch auf, mich beruflich zu verändern. Ich wollte mich weiterentwickeln und habe überlegt, welche Möglichkeiten ich habe.


Meine erste Weiterbildung: Medizinische Schreibkraft

Während der Corona-Zeit habe ich mich aus persönlichen und gesundheitlichen Gründe dazu entschieden, die Weiterbildung zur medizinischen Schreibkraft zu machen. Ich wollte – wie wahrscheinlich viele MFA – weg vom direkten Patientenkontakt und mehr in Richtung Verwaltung.


Meine Vorstellung war klar:

Ein ruhiger Bürojob, vielleicht sogar im Homeoffice, mit guter Bezahlung. Die Realität sah leider anders aus.

Gerade in ländlichen Regionen gibt es kaum Stellen. Viele kleinere Praxen schreiben ihre Arztbriefe selbst, oft nebenbei. Kliniken lagern diesen Bereich häufig an externe Schreibbüros aus, die meist in größeren Städten sitzen. Für mich kam das nicht infrage.

Auch das Thema Homeoffice war schwieriger als gedacht, da viele dieser Tätigkeiten nur auf selbstständiger Basis angeboten werden. Zudem wäre die Bezahlung teilweise sogar schlechter gewesen als in meinem bisherigen Beruf als MFA.

Rückblickend hätte ich mich vor der Weiterbildung intensiver über die tatsächlichen Möglichkeiten informieren sollen. Trotzdem habe ich viel mitgenommen und einiges wieder aufgefrischt – unter anderem in den Bereichen medizinische Terminologie und Grammatik.


Mein Weg zur psychologischen Beraterin

Eigentlich wollte ich danach als Schreibkraft in einer psychosomatischen Klinik arbeiten.
Durch Umwege bin ich dann jedoch auf Station gelandet – und genau das hat alles verändert. Dort habe ich gemerkt, wie sehr mich der Bereich Psychologie interessiert. Besonders beeindruckt hat mich die Wertschätzung und Dankbarkeit der Patienten – etwas, das ich in dieser Form vorher noch nicht erlebt hatte.


Mir wurde klar:

Der Kontakt zu Menschen ist mir wichtig. Und ich möchte mehr tun, als nur
organisatorisch zu unterstützen. Mir ist Empathie und das Verständnis für psychische Probleme unglaublich wichtig – gerade weil dieses Thema noch immer oft stigmatisiert wird. Auch durch eigene Erfahrungen habe ich den Wunsch, anderen Menschen Mut zu machen und sie ein Stück auf ihrem Weg zu unterstützen.

 

Also habe ich mich bewusst informiert:

Was ist mit meiner bisherigen Ausbildung möglich? Welche Wege gibt es – auch ohne
Abitur? So bin ich zur Weiterbildung zur psychologischen Beraterin gekommen.


Meine Erfahrung heute:

Ich stecke aktuell mitten in der Ausbildung – und es macht mir wirklich viel Spaß. Die Inhalte sind spannend und ich merke, wie viel ich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich dazulerne.

Für meine Zukunft wünsche ich mir, weiterhin in Teilzeit zu arbeiten – entweder als MFA oder im beratenden Bereich – und mir nebenbei Schritt für Schritt eine Selbstständigkeit als Beraterin aufzubauen.


Mein Fazit für andere MFA

Ich kann jeder MFA empfehlen, sich mit dem Thema Weiterbildung auseinanderzusetzen. Aber: Informiert euch vorher gut. Überlegt euch: Was will ich wirklich? Welche Möglichkeiten gibt es in meiner Region? Und passt das langfristig zu mir?

Nicht jede Weiterbildung führt automatisch zu einem neuen Job – aber jede Weiterbildung bringt euch persönlich weiter.

Und auch wenn sich etwas im ersten Moment vielleicht „umsonst“ anfühlt, kann es später trotzdem eine wichtige Rolle spielen.

So war es auch bei mir: Die Weiterbildung zur Schreibkraft hat mir fachlich viel gebracht – und letztlich überhaupt erst den Weg zu meiner jetzigen Ausbildung und meiner beruflichen Neuorientierung eröffnet.


Kontakt: sandra.schiposch@web.de