Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die Daten der Terminservicestellen ausgewertet. Das Ergebnis: Viele angebotene Facharzttermine werden gar nicht gebucht.
Politisch wird derzeit über fehlende Facharzttermine und eine Termingarantie diskutiert. Das Zi hat dafür die Daten der Terminservicestellen (TSS) aller 17 Kassenärztlichen Vereinigungen untersucht. Gesetzlich Versicherte können dort über die 116117 oder www.116117.de Termine buchen.
Die wichtigsten Zahlen
Arztpraxen stellten rund 3,58 Millionen Termine bereit, gebucht wurden rund 2 Millionen. 44 Prozent blieben ungebucht.
Die Buchungsquote unterscheidet sich stark nach Fachgruppe: Neurologie 91 %, Psychotherapie 84 %, Innere Medizin 65 %, Augenheilkunde 55 %, Frauenheilkunde 46 %, HNO 28 %, Allgemeinmedizin 25 %.
Die mittlere Wartezeit auf einen vermittelten Termin beträgt knapp acht Tage.
5,7 % der gebuchten Termine wurden abgesagt, 2,1 % ohne Absage nicht wahrgenommen (No-Shows).
Die tatsächliche No-Show-Quote liegt vermutlich höher. Nicht alle Ausfälle werden dokumentiert, je nach Standort könnte sie bis zu dreimal so hoch sein.
Einordnung des Zi
Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried fordert, die bestehenden Vermittlungsmöglichkeiten besser auszuschöpfen, bevor neue Maßnahmen beschlossen werden. Nicht abgesagte Termine erschweren die Planung der Praxen und fehlen möglicherweise anderen Patientinnen und Patienten. Er wünscht sich mehr Verbindlichkeit bei der Terminbuchung. Die Krankenkassen sollten zudem die verbindlich vorgehaltenen Kapazitäten finanzieren und prüfen, ob unentschuldigtes Fernbleiben finanzielle Folgen haben sollte.
Außerdem warnt er vor zusätzlichen Pflichten für Praxen, etwa durch die geplante Terminmeldepflicht. Sie könnten die Niederlassung unattraktiver machen und den Trend zur Anstellung verstärken. Angestellte Ärztinnen und Ärzte arbeiten tendenziell kürzer und behandeln weniger Patienten pro Stunde, das Terminangebot könnte dadurch eher sinken.
Was das für MFA bedeutet
Terminorganisation und No-Shows gehören zum Alltag in der Praxis. Ungenutzte Termine und kurzfristige Ausfälle belasten die Abläufe, die MFA täglich koordinieren.
Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Auswertung der TSS-Daten, veröffentlicht am 28.10.2026

